Ein Samstagseinkauf in Berlin

Ratschläge zur besten Einkaufszeit in dieser Ausnahmesituation habe ich in den letzten 14 Tagen sehr viele bekommen. Die meisten kamen natürlich von Freunden und Familie. Tenor: „Bloß nicht an einem Samstagmittag in die Supermärkte gehen. Dann ist dort alles voller Menschen!“

Ich wusste es besser und habe es auf einen Selbstversuch ankommen lassen. Hier bei mir in Mitte müssen mittags alle noch schlafen, jedenfalls habe ich mir das so gedacht. Also schnappte ich mir kurz nach zwölf meine Leinenbeutel und stapfte Richtung Einkaufsstraße. Zu meinem Glück: Es schien die Sonne, warm und ich hatte gute Laune.

Verordnungen und Geduld

Gefühlte fünf Gehminuten von meinem Wohnsitz entfernt befindet sich eine Edeka-Filiale. Unter normalen Umständen und wenn es schnell gehen muss, ist der Laden meine erste Anlaufstelle. Zwar ist die Verkaufsfläche relativ klein, doch es wird alles für den täglichen Bedarf angeboten. Nur leider keine Frischwaren à la Wurst, Käse, Fleisch und Fisch. Dieses Sortiment hat eine Filiale der Konkurrenz einige Gehminuten weiter. Doch das war es nicht, was mich heute vom Besuch meines Stammsupermarktes abgehalten hat. Corona war es auch nicht. Denn gegessen wird immer. In Krisen- wie in Friedenszeiten. Nein, heute war es meine Nachbarschaft. Oder zumindest Menschen, die ebenfalls in den Laden wollten. Aufgrund neuer Bestimmungen des Landes Berlin müssen jetzt Einkaufswagen verwendet werden. Quasi gilt: Pro Kunde ein Wagen. Bei Verstößen drohen bis zu 500 Euro Bußgeld. Entsprechend gab es eine lange, nein sehr lange Warteschlange. Die wollte ich mir partout nicht geben. Also tat ich etwas für meine Gesundheit und lief die Straße weiter zur Konkurrenz.

Im Paradies

Bei der Konkurrenz war die Situation noch nicht ganz so extrem. Ob die Menschen einfach zu faul sind ein paar Meter weiterzulaufen oder ob sie den Laden einfach nicht kennen, ich weiß es nicht. Jedenfalls stellte ich mich diesmal brav in die Schlange und musste auf meinen Einkaufswagen warten. Maximal fünf Minuten, dann bekam ich ein frisch desinfiziertes Gerät. Im Supermarkt selber war es angenehm leer. Jedoch neigt der Mensch zur Gruppenbildung. Auch im Supermarkt und meistens vor dem Kühlregal. Egal. Alles egal. In Rekordzeit hatte ich meinen Wochenendeinkauf erledigt. Frischer Waren inklusive. Erfreulich ist an dieser Stelle auch der zu erwähnende Vorrat an. Leere Regale scheinen wieder der Vergangenheit anzugehören. Und die gute Laune der Angestellten war durchaus ansteckend.

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Homeoffice in Zeiten von Corona in Berlin

Liebe Leser,

14 Tage befinde ich mich nun im Homeoffice. Es wird Zeit für einen täglichen Corona-Blog. Heute folgt der erste Teil und an den kommenden Tagen erscheinen weitere Folgen. Natürlich immer so, dass es mit dem Beruf nicht kollidiert.

Was anfangs als großes Abenteuer begann, wich schnell einer gewissen Routine. Diese sieht ungefähr wie folgt aus: Aufstehen, Kaffeemaschine starten, PC starten, duschen, anziehen, hinein ins Tagesgeschäft.

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Die sozialen Kontakte beschränken sich, jetzt noch stärker, auf WhatsApp, Skype und Facebook. Aber: Ich lerne endlich meine Nachbarschaft kennen. Nicht nur die älteren Personen hier im Haus, sondern alle. Zumindest die, die noch hier sind. Viele Mitmieter sind nicht von hier und daher zu Beginn der Krise in ihre Heimat gefahren. Das merkt man auch an der Ruhe im Haus.

Manchmal schafft mich diese Stille und ich sehen mich nach der Zeit zurück, wo Kindergeschrei die Nachbarschaft am Mittagsschlaf hinderte. Auf diese Zeit nach der Corona-Krise freue ich mich schon sehr. Denn ohne fröhliches Kinderlachen ist die Welt nicht schön, nicht liebenswert und lebenswert.

Morgen Sonnabend. Da werde ich ausführlich von meinen Erlebnissen beim Wochenendeinkauf erzählen.

Nikolaus – ein unbekannter Brauch

Morgen kommt der Nikolaus. Für mich ist es Routine. Doch für meine Partnerin wird es wohl eine ganz neue Erfahrung. Sie kommt aus einem anderen Kulturkreis und kennt sich mit unseren Bräuchen zu Weihnachten noch nicht so aus.

Heute Morgen sah dann unser Gespräch zum Thema „Schuhe vor die Tür“ ungefähr so aus:

Ich: „Denkst du bitte daran heute Abend noch deine Schuhe zu putzen und einen davon vor die Tür zu stellen.“

Sie: „Warum sollte ich das machen?“

Ich: „Damit dir der Nikolaus etwas reinstecken kann.“

Sie überlegt kurz. Antwortet dann trocken: „Mache ich nicht. Der Schuh wird mir nur geklaut!“

Den Rest dieser Diskussion erspare ich Euch. Denn er würde hier nur unnötig den Rahmen sprengen. Ich kann die Geschichte aber abkürzen. Madame wird einen Schuh vor die Tür stellen. Schließlich habe ich, ähm der Nikolaus, nichts umsonst besorgt!

Ich will Geschenke!

Weihnachten steht wieder unmittelbar vor der Tür. Das heißt: Alljährlich müssen Wunschzettel geschrieben werden. Auch von mir. Denn das Christkind macht keine Altersunterschiede. Haben mir meine Eltern gesagt. Und denen muss ich das ja glauben.

Natürlich habe ich mittlerweile ein Alter erreicht, wo das Schreiben solcher Zettel nicht mehr notwendig ist. Jedenfalls könnte ich mir meine diesjährigen Weihnachtswünsche auch selber erfüllen. Doch warum sollte ich das tun? Feiern im Kreise der Familie sind doch meistens etwas schönes. Und wenn ich dann Mitte Dezember meine Mama sehe wie sie meinen Wunschzettel liest, dann ist mir das eigentlich schon Geschenk genug.

Ach so, kommen wir noch fix zum praktischen Teil. Folgende Kleinigkeiten wünsche ich mir dieses Jahr:

  • Ein Haus
  • Ein Auto
  • Ein Boot
  • Einen Pool

Das war es von meiner Seite zum Thema „Wunschzettel“.